Tote Haare sind ein Irrtum
Ein weit verbreiteter Irrglaube bei Haarausfall ist: Tote Haarfollikel haben kahle Stellen am Kopf als Folge. So mag man meinen, der ha sei die Konsequenz aus dem absterben der Haarwurzel. Aber in Wirklichkeit ist das Geschehen wesentlich komplizierter – weil der Tod des Haarfollikels in der Regel erst viele Jahre nach dem Ausfall des letzten Haares erfolgt.
In Wirklichkeit wird der Haarausfall durch eine langsame und schleichende Verkleinerung des Haares ausgelöst. Das Haar verkümmert immer mehr, bis es schließlich nicht mehr nachwächst. Zu diesem Zeitpunkt ist aber die Haarwurzel immer noch am Leben. Wann genau letztendlich der Haarfollikel wirklich abstirbt ist umstritten, es werden Zeiträume von etwa 5-15 Jahren angenommen.
Wenn das Absterben in einem frühen Stadium erkannt wird, kann dies durch eine geeignete Therapie gebremst werden. Darum ohne der führende Verursacher von Schäden am Haarfollikel ist, insbesondere das Hormon DHT, kann durch Medikamente eingegriffen werden. Haare reagieren sehr empfindlich auf DHT und durch einen übermäßigen Hormonspiegel beginnen sie zu schrumpfen bis sie schließlich sterben. Durch Wirkstoffe wie Finasterid kann der DHT-Spiegel spürbar gesenkt werden, und in vielen Fällen der Tod der Haarfollikel und damit der Haarausfall gebremst werden.
Das faszinierende am Tod des Haarfollikels ist aber die Eigenart, dass es eine Eigenschaft des einzelnen Haares in einer bestimmten Region der Kopfhaut ist. Denn ganz typisch sterben die Haare im Bereich der Schläfe zuerst ab, während Haare am Hinterkopf bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Die Haare im vorderen Bereich besitzen also eine andere genetischer Veranlagung als die Haare im hinteren Bereich.
Dies nutzt man heraus, indem man die Haare aus dem hinteren Bereich in den vorderen Bereich oder sogar in andere Regionen des Körpers verpflanzt, wo Haare fehlen. Die mit einer Haartransplantation vom Hinterkopf verpflanzten Haare behalten ihre genetische Eigenschaften und wachsen an der neuen Stelle ganz normal weiter.
Während früher die Haare aus dem Hinterkopf mit Stanzen entfernt wurden, und auch heute noch in vielen Fällen in Form eines Streifens herausgeschnitten werden, so gibt es neue Methoden, bei denen die Haare mit einer winzigen Hohlnadel entnommen werden. Die so genannte FUE-Methode ist sehr viel schonender zu der Kopfhaut und vermeidet weit gehend Narben auf dem Kopf.
Einpflanzen kann man die Haare dann entweder in die Glatze, oder in andere Körperbereiche. Besonders wichtig sind die Augenbrauentransplantation und die Wimperntransplantation, weil sie direkt das Aussehen und den sichtbaren Charakter des Menschen verändern können. Gerade bei der Augenbrauentransplantation (englisch eye brown transplant) und Wimperntransplantation (engl. eye lash transplant) ist eine sehr hohe Präzision der Arbeit notwendig.